Was riecht denn hier so?

Oktober 2, 2022

Eines Tages entdecke ich eine merkwürdige Flasche im Bad. Eine personalisierte Flasche Parfüm – und das für meinen Mann. Das hat ihm ein Angestellter gegeben. Der Vorname ist zwar falsch geschrieben, aber das verstehe ich, Vokale sind im Arabischen etwas beliebig.

Düfte haben in arabischen Ländern eine große Bedeutung, vielleicht weil man bei der Hitze schnell ins Schwitzen kommt? Sie werden auf jeden Fall nicht sparsam eingesetzt, weder bei Frauen noch bei Männern.

Der Anblick dieser Flasche erinnert mich an einen Bibelvers:

Ja, weil Christus in uns lebt, sind wir zur Ehre Gottes ein Wohlgeruch, der sowohl zu denen dringt, die gerettet werden, als auch zu denen, die verloren gehen. (2. Korinther 2,15 NGÜ)

Ich denke manchmal darüber nach, welche Spuren ich in meinem Alltag hinterlasse. Wo immer ich mich in diesem Land aufhalte, ich bin mit Sicherheit als Christin unter meinen muslimischen Nachbarn in der Minderheit. Was nehmen die Menschen, die mir begegnen, wahr?

Ärger über den nervigen Verkehr? Ungeduld, weil Sachen hier anders laufen als in meiner Heimat? Oder ein liebevoller Blick, auch für Menschen am Rande, die oft übersehen werden?

Ich kann dieses Geheimnis absolut nicht fassen, dass Christus in mir lebt. Das heißt: Auf der Parfümflasche meines Lebens steht nicht „Bleu de Chanel“, sondern Jesus Christus. Das ist der Duft, den ich jeden Morgen auftragen will, bevor ich das Haus verlasse, indem ich Zeit mit Jesus verbringe und ihn anschaue.

2 comments on “Was riecht denn hier so?”

  1. Dieser Vergleich bringt mich jetzt zum nachdenken und wenn ich ehrlich bin, dann bin ich sicher nicht immer ein "Wohlgeruch". Danke für deine Anregung, mich öfter selbst zu reflektieren.

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Marianne Müller
Marianne Müller liebt das Leben und ihren himmlischen Vater. „Wenn schon, dann richtig!“ Daraus ist eine inzwischen 19-köpfige Familie geworden, mit einem Ehemann, sieben Kindern, drei Schwiegertöchtern und sieben Enkelkindern.

1966 geboren und in Kanada aufgewachsen, kam sie als Jugendliche zurück nach Deutschland, wo sie die wunderbare, lebensverändernde Entdeckung machte, dass Gott eine persönliche Beziehung mit ihr haben will.

Seit 2005 lebt die Religionspädagogin mit ihrer Familie im Mittleren Osten. Sie genießt es, Menschen aus verschiedenen Kulturen kennenzulernen. Ihre Leidenschaft gilt Büchern und der Kraft der Sprache, die mit Wörtern Bilder malen, Geschichten erzählen, Ideen vermitteln und Träume zu wecken vermag.
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