
Nun habe ich länger nichts geschrieben, weil ich unterwegs war. Es war für mich ein besonderes Geschenk, dass ich meine Freunde in Katar besuchen konnte. Interessant war auch zu sehen, wie sich dieses winzige Land bereit macht für den baldigen Zustrom von Millionen von Besuchern. Noch nie war die WM in so einem winzigen Land zu Gast. Die allgegenwärtigen Flaggen zeigen, wie stolz diese kleine Nation angesichts dieser Ehre ist.
Doch gleichzeitig spüre ich Panik. Nach den Schwierigkeiten bei einem Probespiel im neuerbauten großen Stadion, herrscht Sorge. Nicht nur, dass es ein großes Gedränge und lange Wartezeiten beim Eintreten und Verlassen der U-Bahn und des Stadions gab, es fehlte an Wasser. Das Stadion liegt weit außerhalb. Wer Durst hatte, war auf die Verkaufsstände angewiesen, doch da war alles Wasser schon vor der Halbzeit ausverkauft. Fast 80.000 Besucher in einer heißen Arena, und das Trinkwasser geht aus! In einem Land, in dem es nicht üblich ist mit einer eigenen Trinkflasche unterwegs zu sein. Wasser und langes Warten in der Hitze, das ist keine gute Kombination.
Was kommt da nur auf uns zu, fragen sich viele. Hat sich da jemand überschätzt, falsch eingeschätzt was dieses Land tragen, ertragen kann?
Mir ist dieses Gefühl nur allzu vertraut! Wie oft stehe ich vor Aufgaben, die mir Angst machen. Ich habe das Gefühl überfordert zu sein. Jemand fragt mich um Rat. Ich soll einen Dienst übernehmen. Ich habe das Gefühl ich soll jemandem von meinem Glauben erzählen. Es gibt so viele Situationen, in denen ich das Gefühl habe, der Aufgabe, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein.
Es gibt einen Vers, der mich fasziniert, weil ich ahne, dass viel mehr in ihm steckt, als ich begreifen kann.
Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.
Epheser 2,10
Was immer ich tue, ich bin nicht allein. Gott gebraucht mich, um etwas auszuführen, das er bereits geplant und vorbereitet hat. Ein besseres Teamwork-Modell kann ich mir nicht vorstellen! Wenn ich nah bei ihm bleibe und mich von ihm führen lasse, wenn es mir bei meinem Tun nicht um mich und meine Ehre geht, sondern allein um ihn, dann muss ich keine Angst haben. Ich kann – zusammen mit ihm – die Aufgabe anpacken, die mir zu groß erscheint.
