
Inmitten eines Kreisverkehrs dieses Kunstwerk. Doch was soll dieses merkwürdige Gebilde nur bedeuten?
Beim Weiterfahren dämmert es mir. Denn auf den Straßen Jeddahs ist es tatsächlich so, dass fast alle einfach drauflosfahren, ohne Rücksicht auf Verluste. Es kracht andauernd. Jeder sucht sich seinen Weg durch den Verkehr, unabhängig davon, was die anderen Verkehrsteilnehmer tun. Das geht erstaunlich oft gut, aber nicht immer. Und dann stehen beide Autofahrer da und betrachten verwundert ihr zerbeultes Auto. Wenn sie noch in der Lage sind aus den Trümmern ihres Fahrzeugs zu steigen.
Und ich denke, das ist typisch für uns alle. Für mich. Ich eile durch meinen Alltag, habe einen Plan vor Augen und weiß, wie alles laufen soll. Wenn mir dann jemand in die Quere kommt, der eine andere Meinung hat, ist mir klar, dass er sich irren muss. Und wenn es um etwas geht, das mich tief bewegt, bestehe ich erst recht auf meinen Standpunkt. Bis es kracht. Überall Scherben. Eine zertrümmerte Beziehung. Recht muss doch Recht bleiben! Aber was ist Recht? Wie kann ich beanspruchen, dass ich allein weiß, was Recht ist?
Besonders tragisch ist es, wenn solche Auseinandersetzungen unter Christen stattfinden. Wenn jeder meint das Recht für sich gepachtet zu haben, sich über den anderen erhebt. Und darüber die Liebe vergisst.
Dieser Bibelvers fordert mich heraus:
An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.
Johannes 13,35
Wenn es nur so wäre!
Ich könnte heute ja versuchen den Anfang zu machen. Den anderen sehen. Ihm wirklich zuhören. Ihn lieben. Nicht auf mein Recht bestehen.
So wie Jesus, der so viel aufgab, um uns seine Liebe zu zeigen.
