Wir leben seit zwölf Jahren in Saudi-Arabien, und erst heute habe ich meinen saudi-arabischen Führerschein bekommen! Nach so langer Zeit. Ich kann es kaum glauben.

Ja, stimmt, seit Juni 2018 dürfen Frauen fahren. Das ist die Theorie, doch in der Praxis war es sehr schwer einen ausländischen Führerschein umschreiben zu lassen oder einen der wenigen begehrten Plätze in einer Fahrschule für Frauen zu bekommen. Nach der Aufhebung des Fahrverbots hieß es, es muss online ein Termin ausgemacht werden, doch es waren überhaupt keine Termine verfügbar. Nach mehreren Monaten konnten schließlich berufstätige Frauen mit viel Mühe einen Führerschein bekommen, doch als „dependant“, Familienangehörige eines Arbeitnehmers, blieb das jahrelang ein Wunschtraum.
Heute ist es also soweit, ich habe eine offizielle Fahrerlaubnis! In den letzten Wochen wurden die Vorschriften geändert, sodass die Umschreibung endlich relativ leicht ist.
Wenn ich an unsere Anfangszeit zurückdenke …
Es ist mir so schwer gefallen in ein Land zu ziehen, in dem ich meine Selbstständigkeit und Freiheit aufgeben muss. Ich weiß noch, wie traurig ich einmal nach einem Sommer in Deutschland war. Dort konnte ich hinfahren wo ich wollte, doch nun war ich auf dem Weg zurück nach Saudi-Arabien, ein Land in dem selbst meine halbwüchsigen Söhne mehr Freiheiten hatten als ich.
Auf dem Weg zum Flughafen saß ich im Auto. Die Tränen stiegen mir in die Augen, und ich dachte, ich will nicht zurück nach Saudi-Arabien. Warum soll ich meine Freiheit aufgeben? Ich kann doch fahren! Wie können sie einfach bestimmen, dass ich allein wegen meinem Geschlecht dieses Vorrecht aufgeben soll?
Und ich weiß noch, wie ich in dem Moment an Jesus denken musste.
Wie viel musste er aufgeben, als er aus Liebe zu uns Mensch geworden ist. Das ist so weit entfernt von allem, was ich ertragen muss. Wie kann ich da so jammern? Das Vorbild meines Herrn war mir eine riesige Hilfe meine Situation anzunehmen.
Aber jetzt – Jetzt darf ich so ganz offiziell fahren! Danke, Gott!
Obwohl er Gott war, bestand er nicht auf seinen göttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt.
Philipper 2,6-7

Liebe Mariane, ich bin Gebetsleiterin in einem Gebetshaus für SA und bete jeden Dienstag 12.00-13.00Uhr mit noch zwei Frauen und manchmal einem jungen Mann für dieses Land und die Menschen. Gerne nehmen wir auch Euch und Euere Anliegen mit in unsere Gebete auf. LG Karin
Danke, das ist sehr lieb!
Liebe Marianne
Vielen Dank für die tollen Blog-Beiträge und dein tolles Buch! Erst kürzlich habe ich es zu Ende gelesen. Es war einfach soviel los, seit wir wieder in der Schweiz sind.
Ich dachte, ich hätte deine Nummer, was aber leider nicht der Fall ist. So würde ich mich auf eine Email von dir freuen. In diesen Tagen beten wir besonders für euch wegen dem "grossen Event" in eurer Stadt!
Herzliche Grüsse, Beatrice
Herzlichen Dank für deine lieben Worte! Ich habe eine längere Blogpause gemacht, doch jetzt will ich wieder regelmäßig posten. Es freut mich, dass dir das Buch gefallen hat. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder!