Anders als in Deutschland, ist in Saudi-Arabien Bequemlichkeit angesagt. Vielleicht liegt das ja an der Hitze. Auf jeden Fall muss man sich im Freien kaum bewegen. An der Tankstelle wird das Auto betankt, an der Kasse wird das Eingekaufte eingepackt, auf dem Parkplatz der Einkaufswagen geholt und zurück zum Supermarkt gefahren. Blumen auf den Grünstreifen werden frühmorgens bewässert, Müll wird in den Straßen aufgesammelt, Wege werden gekehrt.
Wer macht das alles???

Eine große Schar von Helfern aus Ländern wie Bangladesch, Indien und Nepal, die so gut wie nichts für ihre Dienste verdienen. Vielleicht hundert oder zweihundert Euro im Monat. Dafür, dass sie in der Hitze in schwerer Arbeitskleidung Arbeiten erledigen, die sonst niemand tun möchte.
Wenn man hier lebt, gewöhnt man sich so an ihren Anblick, dass man sie manchmal kaum noch wahrnimmt. Doch wie schnell würde man merken, wenn es diese unsichtbaren Helfer nicht mehr gäbe. Denn es ist hier üblich Müll auf die Straße zu werfen, oder den Einkaufswagen auf dem Parkplatz stehen zu lassen.
Ich ertappe mich oft dabei, dass ich diesen armen Arbeitern weniger Wertschätzung entgegenbringe als anderen. Ich vergesse leicht, dass jeder Mensch unfassbar wertvoll ist in Gottes Augen. Wirklich jeder, ganz egal wie viel er verdient und welchen Beitrag er leisten kann.
Ich liebe diese Verse:
3 Seid nicht selbstsüchtig; strebt nicht danach, einen guten Eindruck auf andere zu machen, sondern seid bescheiden und achtet die anderen höher als euch selbst.
4 Denkt nicht nur an eure eigenen Angelegenheiten, sondern interessiert euch auch für die anderen und für das, was sie tun.
Philipper 2,3-4 (NLB)
Ich wünsche mir, dass ich andere in meiner Umgebung wirklich sehen und wertschätzen kann. Alle. Auch die fleißigen, fast unsichtbaren Helfer um mich herum.