Die unsichtbaren Helfer

Februar 7, 2023

Anders als in Deutschland, ist in Saudi-Arabien Bequemlichkeit angesagt. Vielleicht liegt das ja an der Hitze. Auf jeden Fall muss man sich im Freien kaum bewegen. An der Tankstelle wird das Auto betankt, an der Kasse wird das Eingekaufte eingepackt, auf dem Parkplatz der Einkaufswagen geholt und zurück zum Supermarkt gefahren. Blumen auf den Grünstreifen werden frühmorgens bewässert, Müll wird in den Straßen aufgesammelt, Wege werden gekehrt.

Wer macht das alles???

Eine große Schar von Helfern aus Ländern wie Bangladesch, Indien und Nepal, die so gut wie nichts für ihre Dienste verdienen. Vielleicht hundert oder zweihundert Euro im Monat. Dafür, dass sie in der Hitze in schwerer Arbeitskleidung Arbeiten erledigen, die sonst niemand tun möchte.

Wenn man hier lebt, gewöhnt man sich so an ihren Anblick, dass man sie manchmal kaum noch wahrnimmt. Doch wie schnell würde man merken, wenn es diese unsichtbaren Helfer nicht mehr gäbe. Denn es ist hier üblich Müll auf die Straße zu werfen, oder den Einkaufswagen auf dem Parkplatz stehen zu lassen.

Ich ertappe mich oft dabei, dass ich diesen armen Arbeitern weniger Wertschätzung entgegenbringe als anderen. Ich vergesse leicht, dass jeder Mensch unfassbar wertvoll ist in Gottes Augen. Wirklich jeder, ganz egal wie viel er verdient und welchen Beitrag er leisten kann.

Ich liebe diese Verse:

3 Seid nicht selbstsüchtig; strebt nicht danach, einen guten Eindruck auf andere zu machen, sondern seid bescheiden und achtet die anderen höher als euch selbst.

4 Denkt nicht nur an eure eigenen Angelegenheiten, sondern interessiert euch auch für die anderen und für das, was sie tun.

Philipper 2,3-4 (NLB)

Ich wünsche mir, dass ich andere in meiner Umgebung wirklich sehen und wertschätzen kann. Alle. Auch die fleißigen, fast unsichtbaren Helfer um mich herum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Marianne Müller
Marianne Müller liebt das Leben und ihren himmlischen Vater. „Wenn schon, dann richtig!“ Daraus ist eine inzwischen 19-köpfige Familie geworden, mit einem Ehemann, sieben Kindern, drei Schwiegertöchtern und sieben Enkelkindern.

1966 geboren und in Kanada aufgewachsen, kam sie als Jugendliche zurück nach Deutschland, wo sie die wunderbare, lebensverändernde Entdeckung machte, dass Gott eine persönliche Beziehung mit ihr haben will.

Seit 2005 lebt die Religionspädagogin mit ihrer Familie im Mittleren Osten. Sie genießt es, Menschen aus verschiedenen Kulturen kennenzulernen. Ihre Leidenschaft gilt Büchern und der Kraft der Sprache, die mit Wörtern Bilder malen, Geschichten erzählen, Ideen vermitteln und Träume zu wecken vermag.
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram